20.10.15

Morgenlied

Heute Morgen auf dem Plumpsklo vernahm ich seltsame Geräusche, die alles andere als leise waren. Sie klangen ähnlich wie meine Versuche als Kind, auf einem mit Pergamentpapier bedeckten Kamm Musik zu machen: Zuerst ein tiefer Ton, der Note für Note höher stieg, bis er die Tonleiter wieder zum Ausgangston zurückkletterte.
Da es hier nirgendwo in der Nähe Kinder mit Kämmen gibt (nicht mal welche ohne), und da ich das seltsame kurze Lied keinem Tier zuordnen konnte, war es doch etwas unheimlich. Die Melodie verlor sich für einige Sekunden in der Stille des Morgens und begann dann erneut, diesmal etwas näher Richtung Plumpsklo. Auf einmal ertönte sie aus dem Wald neben mir.
Ich spähte ins noch schummrige Gehölz und konnte dort mit Mühe die pummelige kleine Gestalt des Stachelschweins ausmachen, das häufig bei uns „Rasenmähen“ kommt. Prompt sang es wieder sein kurzes Lied. Ob es wohl nach seinem kleineren Kumpan rief? Denn ich war erstaunt gewesen, unseren Stachler heute Morgen Seite an Seite zu einem zweiten Gras fressen zu sehen. Das Kleine war mir fremd und es hatte auch Angst vor mir – vielleicht ist es das Junge von unserem Stammstachelschwein?
Den seltsamen Klänge, die sich völlig anders als die Töne in dem Kürbisvideo anhören, kann man auf diesem kurzen Audioclip lauschen (unser Schweinderl singt allerdings schöner).

Eine rätselhafte Spezies – und offenbar sind es tatsächlich unsere Glücksschweine. Denn heute Morgen bin ich in einem Kanada aufgewacht, das nach fast einem Jahrzehnt unter der arroganten und intoleranten Regierung von Stephen Harper endlich der Conservative Party die Macht entrissen hat. Yippee!!! Es gibt wieder Hoffnung für ein besseres Kanada, in dem die Natur und Tierwelt nicht mehr gnadenlos dem Dollar zum Fraß vorgeworfen werden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen